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HP SUZANNE ARLOM • Schmerztherapeutin
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Rücken­schmerzen und Bandscheiben­probleme

arlomedDie meisten Rückenschmerzen kommen ohne Vorwarnung. Doch oft lassen sie sich auf eine bestimmte Körperfehlhaltung zurückführen, die den Betroffenen in der Regel nicht auffällt.

Rückenschmerzen werden häufig sehr allgemein auf die Wirbelsäule zurückgeführt.

Dabei lässt sich die Ursache für Rückenschmerzen genau lokalisieren, denn die Schmerzen nehmen oft ihren Ausgang im unteren Rücken, vor allem bei der Lendenwirbelsäule (LWS). Im Röntgenbild kann zwar meistens eine Verbiegung der Lendenwirbelsäule festgestellt werden, da oft deutlich erkennbar ist, dass zwischen einzelnen Wirbeln Lücken klaffen. Doch diese Verbiegung der Lendenwirbelsäule ist nur durch Muskeln und Bindegewebe möglich, die aufgrund einer Fehlhaltung insbesondere im unteren Rücken, Druck auf die Lendenwirbel ausüben.

Harte, chronisch verspannte Rückenmuskeln schmerzen oft schon bei leichtem Abtasten.

Auch Bandscheibenschäden sind auf diese Muskeleinwirkung zurückzuführen. Die verspannten Muskeln pressen in diesem Fall die Wirbel so fest zusammen, dass bei der Bandscheibe der äußere Ring reißt und deren gallertartiger Inhalt austritt (Bandscheibenvorfall, Prolaps, Dikushernie). Die Bandscheiben selbst können jedoch nicht wehtun, da sie aus Knorpelmaterial ohne eigene Schmerzrezeptoren bestehen.

Ein bandscheibenbedingter Schmerz kann nur dann entstehen, wenn der Vorfall oder die Vorwölbung auf eine Nervenwurzel drückt.

Sehr viele Bandscheibenvorfälle tun dies aber nicht und fallen deshalb nicht weiter auf. Wie kann man Bandscheibenvorfälle vermeiden: Mit einer Bandscheibenoperation lassen sich zwar in manchen Fällen der Druck auf die Nervenwurzeln und damit die Beinschmerzen auch beseitigen. Doch ist ein solcher Eingriff nur in den seltensten Fällen (etwa bei Beinlähmungen durch massive Bandscheibenvorfälle) wirklich erforderlich.

Statt einer Operation, sollte zunächst durch Lockerung von Bindegewebe und Muskulatur der Druck von den Wirbeln genommen werden. Oft rutscht dann die Bandscheibe wie von alleine in ihre ursprüngliche Position zurück.

Bei vielen Rückenschmerzen helfen Bandscheibenoperationen gar nicht, manchmal verschlimmern sie die Schmerzen sogar. Mittlerweile gibt es ein spezielles Krankheitsbild "Failed Surgery Syndrom", worunter Rückenschmerzen nach Operationen zu verstehen sind.

Anschaulich beschrieben werden diese Fehlhaltungen von dem Körpertherapeuten Thomas Hanna in seinem Buch : "Beweglich sein, ein Leben lang" und von Dr. Helga Pohl unter www.koerpertherapie-zentrum.de.

Schmerzen unterer Rücken - Kreuz­schmerzen

arlomedDie Volkskrankheit fängt harmlos an: Unbewusst richten die Patienten ihren Oberkörper soweit nach hinten aus, dass zwangsläufig ein Hohlkreuz entsteht. Bei diesem unnatürlichen Nach-Hinten-Ausrichten des Oberkörpers, spannen sich insbesondere die Rückenmuskeln extrem an. Das führt bei dauerhafter Fehlhaltung zu einer chronischen Verkürzung der Rückenmuskulatur. Diese Muskelkontraktion kann sich von allein nicht mehr auflösen. Das Hohlkreuz bleibt selbst im Liegen noch ein Hohlkreuz.

Hauptschmerzstellen:

  • die unteren Rückenstrecker vom Beckenrand bis hoch zu den unteren letzten Rippen
  • die Glutäusansätze (Pomuskeln) am hinteren Teil des Beckens
  • das Kreuzbein

Häufig wird das Hohlkreuz beim Vorbeugen des Oberkörpers als besonders schmerzhaft empfunden. Durch die chronische Verkürzung der unteren Rückenmuskulatur und den sich einstellenden Kreuzschmerzen fällt es den Betroffenen oft schwer, sich morgens Schuhe und Strümpfe anzuziehen. Mit der Zeit entwickelt sich der Schmerz im unteren Rückenbereich immer mehr nach oben, bis schließlich alle Rumpfbewegungen zur Qual werden.

Hat der Betroffene mehr Schmerzen beim Aufrichten des Oberkörpers, ist das Hohlkreuz wahrscheinlich durch ein nach vorn gekipptes Becken entstanden. Bei dieser Fehlhaltung liegen die Oberschenkel in der Rückenlage nicht richtig auf.

LWS, Schmerzen am Iliosakralgelenk

Unter Rückenschmerzen am Kreuzbein leidet ein großer Teil der Bevölkerung. Auch sie entstehen häufig durch der Fehlhaltung mit zurückgelegtem Oberkörper und dem daraus resultierenden Hohlkreuz. Das führt auch zu einer chronischen Verspannung der Muskeln und des Bindegewebe am Kreuzbein.

Iliosakralgelenke oder Ileosakralgelenke (ISG) sind die Verbindungen vom Kreuzbein zu den beiden großen Beckenknochen (Darmbeinschaufeln) auf der rechten und linken Seite. Schmerzen in der Gegend der Iliosakralgelenke werden oft als "Entzündung der Iliosakralgelenke", als "Iliosakralgelenksverrenkung" oder "Iliosakralgelenksverschiebung" diagnostiziert.

Rücken­schmerzen einseitig

Eine Variation sind einseitige Rückenschmerzen. Sie treten meistens bei besonderer Belastung einer Körperseite auf - vor allem beim regelmäßigen Stehen mit dem Hauptgewicht des Körpers auf nur einem Bein (Warten auf dem Bus, stehen an der Bar).

Bei dieser Haltung, wird die Lendenwirbelsäule in eine Richtung gezogen (Skoliose). Wenn der Betroffene sich dann noch zusätzlich mit dem Oberkörper zurücklegt, wird diese Fehlhaltung noch um ein Hohlkreuz erweitert. Das Ergebnis dieser vermeintlich bequemen Alltags-Fehlhaltung ist eine chronische Dauerverspannung der Muskeln auf einer Körperseite: Betroffen sind unter anderem die Rückenstrecker, die Po-Muskeln und die rückwärtigen Schultermuskeln.

Hexenschuss

Der Klassiker unter den Rückenschmerzen: der Hexenschuss ist ein akut auftretender, heftiger Schmerz - ein Muskelkrampf. Dieser stechende Schmerz entsteht durch eine plötzliche, an sich harmlos erscheinende Bewegung. Durch diesen Ruck verkrampft der Muskel und kaum jemand kann diese äußerst schmerzhafte Kontraktion selbst lösen. Für den Betroffenen kommt der Hexenschuss wie aus heiterem Himmel.

Doch meistens hat an den akut betroffenen Stellen schon lange vorher eine chronische Muskelverspannung vorgelegen, wenn auch nur mit geringen Beschwerden. Deshalb sollte nicht nur der Hexenschuss als Symptom behandelt werden - es gilt vielmehr, die zugrunde liegende Muskelverspannung zu lösen, um wiederkehrende Muskelkrämpfe zu vermeiden.

Schmerzen im oberen Rücken

Schmerzen im oberen Rücken haben ihren Ursprung meistens durch einen permanent stark nach vorne gebeugten, gerundeten Oberkörper. Durch die Vorbeugung besteht ein ständiger Zug auf die verspannten Muskeln des oberen Rückens, die den Oberkörper gegen die Schwerkraft unwillkürlich aufrecht halten wollen. In manchen Fällen finden sich Schmerzen im oberen Rücken auch viele Jahre nach erlittenen Verletzungen oder Prellungen.

Die chronischen Muskelanspannungen durch den Rundrücken wirken sich dabei meistens auch schmerzhaft auf den Nacken aus.

Schmerzen zwischen den Schulterblättern

Rückenschmerzen zwischen den Schulterblättern entstehen oft, wenn die Schultern nach hinten gezogen werden. Das geschieht dann, wenn sich Betroffene gegen den Druck ihres Rundrückens aufrichten wollen. Durch diese Aktion gehen die Muskeln zwischen den Schulterblättern in einen Zustand der Dauerkontraktionen über. Bei der Behandlung muss die Brustwirbelsäule wieder in eine aufrechte Haltung gebracht werden. Um das zu erreichen, ist zunächst einer Korrektur des vorgebeugten Rückens notwendig.

Ständige Schulterschmerzen können ihre Ursache auch an nicht erkannten verschobenen Wirbeln an der oberen Brustwirbelsäule haben.

Schmerzen an der Brustwirbelsäule

Verschobene Wirbel an der Brustwirbelsäule sind hüfig die Ursache für Schmerzen an der Brustwirbelsäule. Hier verziehen chronische angespannte Rückenmuskeln einzelne Wirbel aus ihrer Bahn.

Mangelnde Aufrichtung wegen Schwäche im Rücken

Das Schwächegefühl im Rücken liegt meistens nicht an einer schwachen Rückenmuskulatur, sondern an einer chronischen Kontraktion oder Verspannung der Bauchmuskulatur - natürlich meist unbewusst. Das heißt, die Betroffenen haben oft eine mehr oder weniger starke, vorgebeugte Haltung.

Die Betroffenen fühlen sich oft zu schwach, um die Wirbelsäule dauerhaft aufzurichten. Diese vermeintliche Rücken-Schwäche kann nicht wegtrainiert werden. Vielmehr müssen die Bauchmuskeln und das verhärtete, zusammengezogene und druckempfindliche Bindegewebe im Rücken gelöst werden.