Viele Atemstörungen lassen sich auf irgendeine Art von Fehlatmung zurückführen. Dadurch kann sich eine massive Verkrampfung und Verspannung der Atemmuskulatur entwickeln, die auch Verspannungen und Verklebungen im Bindegewebe dieser Muskeln zur Folge haben. In der Regel ist die gesamte Atemmuskulatur, besonders aber der vordere Bereich des Brustkorbs betroffen. Für den erfahrenen Therapeuten die Stellen der eingeschränkten Atmung häufig von außen erkennbar.
Durch Lösen dieser Verspannungen in der Atemmuskulatur und dem gleichzeitigen Üben einer normalen Atmung, erfährt der Betroffene Schritt für Schritt eine Linderung oder Befreiung von diesen Blockaden und den damit verbundenen Druck- und Enge-Gefühlen.
Für das Wiedererlernen der normalen Atmung ist meist sehr viel Geduld erforderlich, da diese unbewusst und automatisch erfolgt, das Atemtraining aber sehr bewusst durchgeführt wird.
Das Wichtigste bei der normalen Atmung ist das Zwerchfell. Die meisten Menschen können zwar mit dem Zwerchfell atmen, tun es aber nicht! Ziel der Therapie ist es, nicht nur nach Aufforderung oder Übung mit dem Zwerchfell zu atmen, sondern zu einem Atmen zu kommen, dass unbewusst, automatisch, regelmäßig, frei und tief ist.
Die normale Atmung des Menschen funktioniert eigentlich automatisch und wird unbewusst gesteuert. Der Rhythmus ist gleichmäßig; die Ausatmung dauert etwas länger als die Einatmung.
Dabei wird die Lunge vom wichtigsten Atemmuskel, dem Zwerchfell, auseinandergezogen (Einatmung) und zusammengedrückt (Ausatmung). Das Zwerchfell trennt den Brust- vom Bauchraum. Oberhalb befinden sich Lunge und Herz, unterhalb die übrigen Organe, wie Leber, Magen, Darm und Milz. Bei der Einatmung zieht sich das Zwerchfell zusammen, dabei drückt und schiebt es diese Organe nach unten und vorn. Um den Brustkorb beim Atmen beweglich zu halten, ziehen sich neben dem Zwerchfell auch die Zwischenrippenmuskeln zusammen und auseinander.
Durch bewusstes Bewegen dieser Muskulatur kann die Atmung positiv beeinflusst werden: Tiefes, langsames Einatmen drückt das Zwerchfell tief nach unten und es entsteht ein beruhigendes Gefühl. Auch für jede Emotion wie Freude, Angst oder Wut gibt es ein typisches Atemmuster - schnell bei Erregung, tief und langsam bei Entspannung. Bei Angstgefühlen und Depressionen entsteht ein Enge-Gefühl.
Bei jeder - meist unbewussten - Fehlatmung, kann sich die Atemmuskulatur, bestehend aus Zwerchfell, Zwischenrippenmuskeln, aber auch Bauchmuskeln, nicht frei bewegen. Die Atemmuskulatur ist verspannt oder kontrahiert. Ständig kontrahierte, unbewusst verspannte Muskeln führen zu Schmerzen und ein Teufelskreis beginnt: Schmerzen in der Atemmuskulatur äußern sich meistens am Brustkorb - Schmerzen am Brustkorb schüren Angst und Angst als Emotion beeinflusst wiederum die Atmung. Durch angespannte Atemmuskeln entsteht ein Enge-Gefühl und die Fehlatmung wird zur - meist bewussten - Atemstörung.
Formen der Fehlatmung:Paradoxe Atmung, Hochatmung, reine Brustatmung, reine Bauchatmung, Hyperventilation
Wenn kein organischer Befund vorliegt, kann Kurzatmigkeit bei Bewegungen sehr schnell anstrengen. Dabei findet häufig neben der Verkrampfung des Hauptatemmuskels, des Zwerchfells, auch eine Verkrampfung der tiefer liegenden Atemhilfsmuskulatur, beispielsweise der Zwischen-Rippen-Muskeln statt. Die Betroffenen haben das Gefühl, sich in einer Schraubzwinge zu befinden, die ihr normales Atmen stark einschränkt.
Häufig herrscht bei Kurzatmigkeit Hochatmung vor. Durch muskuläre Verspannungen bekommt die Lunge bei dieser Atemform nur eingeschränkt Luft. Luft und es entsteht Atemnot.
Diese Atemnot wird meist im Brustkorb oder im oberen Bauch empfunden; dadurch entstehen Angst und Panikgefühle, die dann auch oft im Hals lokalisiert werden.
Bei dieser Atemstörung sind meistens die Muskeln, die für die Ausatmung zuständig sind, chronisch verspannt, sie geben beim Luftholen nicht genügend nach. Durch diese Dauerkontraktion kann sich der Brustkorb beim Einatmen nicht genügend weiten und die Lunge sich nicht entsprechend ausdehnen.
Der Betroffene bekommt ein Enge-Gefühl bzw. empfindet einen starken Druck am vorderen Brustkorb, zusätzlich ist oft noch die Bauchatmung eingeschränkt. Da die Betroffenen die Ursache dieser Atemnot nicht kennen, entstehen oft Angstgefühle, die wiederum zur Hyperventilation führen können.
Bei chronischer Bronchitis liegt die Ursache der Atemstörung in den Bronchien der Lunge. Durch Lockern der Hilfsmuskulatur, aber auch der Intercostal- und Brustmuskulatur kann der Bereich um die Bronchien sehr schnell wieder leichter bewegt werden.
Auf diese Weise wird eine deutlich stärkere Belüftung und Durchblutung der Bronchien und eine Verbesserung der lokalen Abwehr erreicht.
Asthma ist eine wiederholt und plötzlich auftretende Verengung der Atemwege. Dabei ziehen sich die Muskeln der Bronchien zusammen, dass heißt die Bronchien verengen sich, während zäher Schleim die Luftwege zusätzlich verstopft. Dabei kommt es zu schwerer Atemnot und Hustenanfällen, bei denen oft (nicht immer) Schleim abgehustet wird. Im Extremfall kann ein unbehandelter Asthmaanfall tödlich enden.
Auslöser können Allergien, Klimafaktoren wie Kälte- oder Hitzereize, Entzündungen, Virusinfektionen und körperliche Belastungen sein. Psychische Probleme können asthmatische Beschwerden zusätzlich verschlimmern.
Atemnot wird nicht dadurch verursacht, dass die Betroffenen schlecht Luft holen können. Die "verbrauchte" Luft kann vielmehr wegen der Verkrampfung der Bronchialmuskulatur nicht aus den Lungen entweichen, die Betroffenen können deshalb nicht genug neue Luft einatmen und so entsteht Sauerstoffmangel