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HP SUZANNE ARLOM • Schmerztherapeutin
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Der Beckenboden

das Zwerchfell des Beckens

arlomedDer Beckenboden ist der aus Bindegewebe und Muskeln bestehende Boden der Beckenhöhle bei Mann und Frau. Er besteht aus drei Muskelschichten, die gitterförmig, übereinander liegen. Diese Struktur macht den Beckenboden sehr stark und belastbar, da er alle Organe des kleinen Beckens, eigentlich sogar den gesamten Rumpf trägt.

Der Beckenboden verantwortlich für eine aufrechte Haltung

Aufgrund ihrer zentralen Bedeutung für den ganzen Körper wird die Muskulatur des Beckenbodens auch das "Zwerchfell des Beckens" genannt: Sie ist in ganz besonderer Weise dafür verantwortlich, ob wir eine aufrechte oder eher gebeugte Haltung einnehmen und spiegelt damit auch unser Selbstwertgefühl nach außen.

Dieser Bereich des Körpers war früher für viele Menschen eine Tabuzone und stellt auch heute noch für die meisten eine Körperregion dar, die man nicht anguckt, untersucht oder berührt. Dadurch ist für viele dieser Bereich ein blinder Fleck, der kaum empfunden wird - es besteht eine so genannte "sensomotorische Amnesie". Die wenigsten können ihren Beckenboden spüren, bewusst bewegen oder sogar als verspannt wahrnehmen.

Der Beckenboden vernetzt die inneren Schichten der Abschlussmuskulatur des Rumpfes mit den Muskeln der Hüften, des Bauches und des Rückens. Dieses Powerbecken ist das Zentrum der aufrechten Haltung des Menschen und seiner richtigen Bewegung.

Anatomie des Beckenbodens

Der Beckenboden von Männern und Frauen ist gleich angelegt. Die unterste, äußerste Beckenbodenmuskelschicht verläuft von vorne nach hinten. Sie besteht aus dem Muskelhaltekreuz (PC-Muskel = musculus pubococcygeus) und den Schließmuskeln (Blasenschließmuskel und Afterschließmuskel). Diese Muskelschicht ist noch relativ leicht anzuspannen, mit etwas Übung lässt sie sich sogar isoliert von den anderen Muskeln bewegen.

Die mittlere Muskulatur verläuft von rechts nach links. Diese Schicht isoliert anzuspannen ist nicht leicht, da häufig viele andere Muskeln wie die Gesäß-, Bauch- und Rückenmuskulatur, mit angespannt werden. Kontrahiert man die mittlere Schicht der Beckenbodenmuskulatur, werden die Sitzbeinhöcker zueinander gezogen. So kann man mit einer Kontraktion von Beckenbodenmuskeln die Sitzbeine näher zusammenbringen, indem man mit diesen Muskeln die Iliosakralgelenke bewegt.

Die innerste, tiefste Muskelschicht verläuft wie die äußere von vorne nach hinten. Sie wird von einer fächerförmigen Muskelplatte (Afterhebemuskel) und zwei weiteren Muskelpaaren (dem inneren U-Muskel und dem Steißbeinmuskel)gebildet.

Normalerweise reagieren Unterbauch und Beckenboden zusammen: Wird der Unterbauch angespannt, zieht sich auch der Beckenboden zusammen und umgekehrt. Dieses Zusammenspiel spielt auch bei der Atmung eine Rolle. Unterbauch und Beckenboden weiten sich bei der Einatmung und kontrahieren bei der Ausatmung. Aufgrund dieser funktionellen Kopplung sind Verspannungen im Unterbauch und Beckenboden oft die Ursache von urogenitalen Beschwerden.

Behandlung des Beckenbodens

Beschwerden der Beckenbodenmuskulatur werden bei der multifunktionellen Schmerztherapie von außen wie von innen behandelt. Dabei konzentriert sich der Therapeut von außen vor allem auf die Myogelosen bzw. Triggerpunkte auf den Muskelansätzen des unteren Beckenknochens, das Bindegewebe des Beckenbodens und den Damm. Von innen werden die Beckenbodenmuskeln über dem Anus behandelt.

Schmerzen am Beckenboden stehen sehr häufig in engem Zusammenhang mit einer Ganzkörperfehlhaltung, sodass nicht nur lokal am Beckenboden behandelt, sondern bei der Therapie auch das gesamte Spannungsmuster miteinbezogen wird.

Desweiteren ist die Beckenbodenmuskulatur auch Teil der Atemmuskulatur. Um diesen Zusammenhang mit der Atmung für den Patienten wieder erfahrbar zu machen, muss die Atemmuskulatur wiederum mit den manuellen Methoden der multifunktionellen Schmerztherapie behandelt werden.

Beckenboden­schmerzen

Beckenbodenschmerzen treten nach außen bei verkrampften Beckenbodenmuskeln (Beckenbodenmyalgie) und verspanntem Unterhautbindegewebe auf diesen Muskeln auf. Diese Schmerzen entwickeln sich oft beim Sitzen oder Fahrradfahren. Betroffene können häufig auf keinem normalen Stuhl mehr Platz nehmen und brauchen zur Entlastung einen Ring zum Sitzen. Weiche Bewegungen des Beckenbodens durch leichtes Joggen oder Gehen, können sich lindernd auf diese Beschwerden auswirken.

Treten die Beschwerden beim Gehen bzw. Stehen auf, kann eine Fehlhaltung während des Stehens oder Gehens die Ursache dafür sein.

Mögliche Ursachen:

  • Extrem viel Fahrradfahren
  • Kältetraumata
  • Nach Verletzungen und OPs (z.B. Geburten, Prostata)
  • Ständige Anspannung der Schließmuskeln von Darm und Blase (z.B. bei chronischem Durchfall, Harndrang)

Vaginismus

Beim Vaginismus der Frau ist die Beckenbodenmuskulatur so extrem verspannt, dass ein normaler Geschlechtsverkehr nicht möglich ist:

  • Der Mann kann nicht eindringen, weil es zu eng ist
  • Schmerzen und Krämpfe beim Geschlechtsverkehr
  • Der Beckenboden ist in der Wahrnehmung nicht vorhanden

Ursachen des Vaginismus:

  • Nach Verletzungen (durch Unfälle, Vergewaltigung, OPs)
  • Manchmal ist die Verspannung auch angeboren

Nicht immer ist die Ursache für Vaginismus:

  • Angeblich unbewusste psychische Probleme
  • Frauen mit Vaginismus wollen keinen Sex
  • Frigidität

Durch Vaginismus können in der Partnerschaft häufig Probleme entstehen, da für die Frau der Geschlechtsverkehr mit starken Schmerzen verbunden ist.

Behandlung des Vaginismus

Die multifunktionelle Schmerztherapie sieht in diesem Fall eine manuelle äußere und innere Behandlung des Beckenbodens vor, die wegen der funktionellen Koppelung des Beckenbodens mit dem Unterbauch die Verspannungen des Unterbauchs ebenfalls miteinbezieht.

Außerdem sollte die gesamte Atemmuskulatur und ein entsprechendes Körperbewusstseinstraining mit in die Untersuchung und gegebenenfalls in die Behandlung einbezogen werden. Ein normales, vor allem schmerzfreies Körperempfinden am Beckenboden ist für Vaginismus-Patientinnen sehr ungewohnt, angenehme sexuelle Empfindungen kaum vorstellbar. Diese normale Körpersensibilität kommt erst allmählich im Laufe der Behandlung zurück.

Miss­empfindungen am Beckenboden - Vulvodynie

Taubheitsgefühle, Kribbeln und andere sehr unangenehme Missempfindungen am Beckenboden können den Betroffenen in seinem Alltag extrem beeinträchtigen; sie setzen sich oft bis in Beine, Leisten, Unterbauch oder Rücken fort. Gleichzeitig kommt es häufig zu einer erhöhten erhöhte Empfindlichkeit gegenüber äußeren Reizen wie Kälte, Berührung oder Reibung durch Kleidung.

In der Regel gelten diese Beschwerden als neuropathisch, Nerven seien eingeklemmt oder geschädigt, doch entsprechende Medikamente helfen oft nicht.

Bei der Vulvodynie der Frau kommt es an den äußeren Geschlechtsteilen zu Schmerzen und Missempfindungen (Kribbeln, Taubsein, eingeschlafenes Gefühl). Sind die Schamlippen und/oder die Klitoris betroffen, ist Sitzen oft nur eingeschränkt oder nur mit Rundrücken möglich. Sex kann unter diesen Umständen zur Qual werden.

Auch die Missempfindungen am Beckenboden sind bei Männern Teil dessen, was gemeinhin als "Chronische Prostatitis" diagnostiziert wird.

Die Erfahrungen in der Arbeit mit der multifunktionellen Schmerztherapie haben gezeigt, dass solche Missempfindungen häufig von Verspannungen des Unterhautbindegewebes auf dem Beckenboden bzw. den benachbarten Gebieten ausgehen. Die entsprechenden Nervenendpunkte im Unterhaut-Bindegewebe reagieren durch diese Verspannungen überstark und der kleinste Reiz kann für den Patienten als extrem quälend empfunden werden.

Sexuelle Störungen

Sexuelles Desinteresse, Libidoverlust, funktionelle sexuelle Beschwerden (Erektionsstörungen, Impotenz, schmerzhafte, zu kurze oder zu schwache Erektion bzw. Ejaculatio praecox) und Frigidität werden häufig durch verspannte Stellen im Bindegewebe, aber auch durch verspannte Muskelansätze des Bauchs, Unterbauchs und Schambeins ausgelöst. Zusätzlich ist oft noch die Atemmuskulatur verkrampft. Die Beschwerden nehmen in der Regel zu, je mehr versucht wird, diese zu beheben, da diese Anstrengung oft zu weiteren Verspannungen führt. In der multifunktionellen Schmerztherapie werden die verspannten Stellen in Muskulatur und Bindegewebe gelöst. Dadurch werden die Problemzonen wieder besser durchblutet und der Betroffene kann durch die entspannte Muskulatur lernen, beim Sex wieder los zu lassen.

Schwanger­schafts­beschwerden

Bei Schwangeren spannt, zieht und drückt der immer größer werdende Bauch, dadurch wird das Bindegewebe extrem beansprucht. Eine entsprechende Bindegewebsbehandlung führt bei der Frau oft zu wohltuender Erleichterung und körperlichem Wohlbefinden. Gleichzeitig kann auf diese Weise Schwangerschaftsstreifen (ein Reißen des zu festen, angespannten Bindegewebes) vorgebeugt werden. Die Erfahrung zeigt, dass sich auch die heranwachsenden Föten besser fühlen - nicht selten fangen sie nach dieser Körpertherapie an, sich mehr zu bewegen, weil sie jetzt mehr Platz im Bauch der Mutter haben. Gegen Ende der neun Monate drehen sie sich nach einer solchen Behandlung häufig in die richtige Richtung.

In der fortgeschrittenen Schwangerschaft ist es hilfreich, die fast immer mehr oder weniger verspannten Beckenbodenmuskeln auf diese Weise zu behandeln, um so die Voraussetzungen für eine leichtere Geburt zu schaffen.

Blasen­beschwerden

Starke Verspannungen im Beckenboden und Unterbauch können zu starken Blasenbeschwerden führen. Dazu kann gehören:

  • Chronisch rezidivierende Blasenentzündung
  • Schwierigkeiten beim Wasserlassen (Miktionsstörungen): Brennen, schmerzhaft, Nachträufeln, geringer Druck, nur mittels Pressen möglich
  • Harndrang: häufig, ohne große Harnmenge, auch nachts, Reizblase
  • Harnentleerung: Restharngefühl
  • Brennen in der Harnröhre
  • Blasenschmerzen
  • Hautjucken - Schuppenflechte
  • Überempfindlichkeit auf Kälte
  • Bettnässen der Kinder
  • Verstärkung der Beschwerden durch kalte Füße

Chronische Prostatitis, CPPS

Starke Verspannungen im Beckenboden und Unterbauch können bei Männern zu einem ähnlichen Beschwerdebild wie bei der Diagnose "Chronische Prostatitis" führen. Dazu kann gehören:

  • Schwierigkeiten beim Wasserlassen (Miktionsstörungen: Harnverhalt, Brennen, Nachträufeln, Aufschieben, schmerzhaft, geringer Druck, nur mittels Pressen möglich
  • Harndrang: häufig, ohne große Harnmenge, auch nachts
  • Harnentleerung - Restharngefühl
  • Harnstrahl - abnehmender Druck, kümmerlich/schwach
  • Brennen in der Harnröhre
  • Blasenschmerzen
  • Hautjucken - Schuppenflechte
  • Überempfindlichkeit auf Kälte
  • Damm (Perinéum) - schmerzhaft ausstrahlende
  • Anus und After - schmerzhaft
  • Potenzstörungen
  • Samenergusses - schmerzhaft
  • Schlafstörungen
  • Sitzen - schmerzhaft

Atemnot durch Verspannungen im Beckenboden

Verspannungen im Beckenboden oder der Unterbauchmuskulatur können auch Atemstörungen oder mühsames Atmen und Atemnot zur Folge haben.

Behandlungsablauf arlomed®

Beschreibung der Schmerzbehandlung mit der multifunktionellen Schmerztherapie.

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